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Über-LEBEN ist alles!!

Wie war das früher, so als junger Mensch, der noch zwischen Normen und eigener Persönlichkeit gefangen, seinen eigenen Weg sucht.
Klar war es! So, wie meine Eltern, wollte ich einen ordentlichen Beruf haben, daraus resultierend eine finanziell Sicherheit, einen netten Mann, der zu einem passt, einige Kinder ( natürlich 4, wobei Geschlecht egal), alles in allem ein ganz normales Leben. Nicht mehr, aber, aus der Sicht eines 13-jähriges Jugendlichen , nicht weniger.
Mit 14 Jahren macht man eine Ausbildung zur techn. Zeichnerin. Macht sogar einen Verbesserungsvorschlag und bekommt deshalb, nach Beendigung der Lehrzeit, einen Vertrag für 3 Monate, mit dem man dann einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat.
Aber es folgt die erste Arbeitslosigkeit. In den 70ern leider kein Einzelfall, jedoch in meiner Familie eine Tragödie.
Ein Satz, den ich immer wieder zu hören bekam lautete" wer arbeiten will, der findet arbeit".
Nun ja, die Zeiten hatten sich geändert. ich war zwar ausgebildet, aber noch immer keine 18 UND ein Mädchen im Männerberuf.

Zwischenzeitlich bekam ich immer Probleme mit meinen Hüften, bekam eine beidseitige Hüftumstellung ( leider lief hier einiges falsch, aber das erzähle ich lieber in einem anderen Eintrag).

Die Dauer der gesundheitlichen Unterbrechung meiner Karriere dauerte ca. 1 Jahr.

Aber, flexibel wie man ist , solange es mit Rapidographen und Zeichenbrett zu tun hat, geht vieles.
So wurde aus der Technischen Zeichnerin aus dem Bereich "Greifertechnik",
eine Vermessungszeichnerin, nach 4 Monaten dort ( heute würde man Mobbing und sexuelle Belästigung sagen),
eine Bauzeichnerin für Straßenplanung( nur 3 Jahre wegen nicht- arschkriecherischem Verhalten und " wir sind keine soziale Einrichtung" weil mir wegen meiner Gehprobleme einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen angeraten wurde).

Es drohte wieder eine Arbeitslosigkeit..sch...

Aber, dann machen wir eben das ABI statt derzeit am Abendgymnasium, in Tagesform am Kolleg in Dortmund.
Leider meinte die damalige CDU mit dem Kohlkopf, es sei doch ungerecht das Bafög zu zahlen, wenn doch kein Unterricht stattfindet.
Theoretisch nett , aber wie dann Geld für die Miete, Essen usw. bekommen, denn es gab keinen Job für entsprechende Zeiträume. Sozialamt zahlte nichts, da die damalige Rechtslage dafür keinen Raum lies.
710 DM gab es , davon abgezogen 50 DM für Krankenkasse, vom Rest musste man Leben, Fahrkarte, Schulmaterial ...einfach alles bezahlen....aber , ich ÜBERLEBTE die Zeit.... magerte auf 50 Kg ab....jetzt kamen mir zum ersten mal die Worte meiner Eltern aus Kriegszeiten in den Sinn..." du hast keine Ahnung wie es ist zu hungern". Jetzt wusste ich es, es war kurz, aber es wirkt noch immer nach.

Nun weiter Karriere machen...ja , alles wird gut, du hast dein ABI!!!!
Was mir jedoch mehr denn je klar war, ICH WERDE NICHT STUDIEREN, das Risiko der Bafög-Kürzung war mir zu hoch.

So wurde ich Arbeitnehmer bei einem dieser Seelenverkäufer, die wie Heuschrecken den Arbeitsmarkt besiedelten.
Dort wurde ich zunächst als Planzeichnerin bei Bayer-Uerdingen eingesetzt, 2 mal für je 6 Monate, mit 6 Wochen Unterbrechung, in denen ich dann als Kartonbestückerin, oder was auch immer, eingesetzt war.
Natürlich wollte ich mich dort bewerben, aber leider geriet einiges in meinem Privatleben in die Schieflage. Meine Arbeitsleistung war so schwankend, dass ich glaubte, ich würde verrückt. ( Hierzu werde ich evt. in einem anderem Beitrag eingehen)
Dann kam Lüftungstechnik bei Honeywell, Rohrleitungsbau bei einer kleinen Firma mit viel Potenzial( Leider dennoch in Insolvenz gegangen), Schablonenzeichnen bei der Firma SPÄTER und dann SIEMENS....ich schien es endlich geschafft zu haben....HURRAAA! ...
Und dann.....
holte mich die Vergangenheit ein, ich wurde immer öfter krank...zunächst nichts besonderes, Kreislaufprobleme, sich schwach fühlen,
mehrfach im Jahr Grippe, Blasenentzündungen, Zysten....bis mir dann einer meiner Ärzte riet, mich mal in Richtung Psyche untersuchen zu lassen, was ich ungern machte, denn ich war doch nicht verrückt!!! Ich will doch nur arbeiten!!

Was dann kam war eine Verkettung von mangelndem Sachverstand, Vorverurteilung und bürokratischer Willkür....

Meine Karriere war , damals hoffte ich noch sehr ( ICH WILL DOCH NUR ARBEITEN) , B E E N D E T.

1993 wurde ich ausgesteuert. Ich habe wirklich alles versucht , REHA, Wiedereingliederung, Arbeitszeitverkürzung.....es war vorbei.....

RENTE mit Anfang 30...ich wollte Anfangs kein Geld abheben, weil es mich immer weider daran erinnerte , warum ich in Rente gehen musste....es war etwas, was jedem jederzeit passieren kann, in verschiedener Variante...Trauma nennt man es.....bei mir war es Gewalt....

ALLES Über - LEB - BAR

18.8.15 15:07

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